Jede Falte erzählt eine Geschichte: Wenn Bilder Biografien zum Leuchten bringen

Interview mit Catherine Ebser   Kürzlich saß ich mit Catherine Ebser zusammen. Sie ist Fotografin und Grafikdesignerin in Bad Ischl, und während wir so redeten, wurde mir eines immer klarer: Unsere Berufe haben unglaublich viel gemeinsam. Wir beide sind auf der Suche nach dem, was einen Menschen im Innersten ausmacht. Ich halte diese Erinnerungen in Worten und Tonaufnahmen fest, Catherine Ebser fängt sie mit ihrer Kamera ein. Vom Wegretuschieren zum Charakterporträt Catherine Ebser erzählte mir von ihrer Zeit in der Bildretusche, als sie Falten „wegstempelte“, bis die Menschen auf den Fotos fast „anatomisch nicht mehr lebensfähig“ wirkten. Heute hat sie ihren Blick um 180 Grad gewendet. Sie sieht die Schönheit im Charaktergesicht. Für sie – und für mich – gilt: Jede Falte…

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Jahresrückblog 2025: Immer auf dem Sprung

Das ganze Jahr im Rückblog 2025 war eine runde Sache – das wird mir beim Rückblick bewusst. Was sich bewährt hat, darf bleiben, dazu kommen neue Ideen, die ich in diesem Jahr verwirklichen konnte. Es gibt einige erste Male und jede Menge Gründe, stolz auf das zu sein, was ich geschafft habe. Inspiriert wurde ich wieder von der Jahresrückblog-Aktion von Judith Peters, die ich heuer sogar persönlich kennenlernen durfte. Aber dazu später mehr. Hier sind die Themen des Jahres 2025: Biografien werden öffentlich - Helmut Mooshammer liest im Kepler-Salon Wenn man einen echten Schauspieler kennt, können sich ganz neue Türen auftun. Helmut Mooshammer ist gebürtiger Steirer, hat in Linz studiert, und lebt jetzt in Berlin. Das ist die Kurzfassung. Und er hatte…

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Arzt und Autor – David Fuchs über das Leben, das Schreiben und das Sterben

Interview mit David Fuchs:  Als Biografin begleite ich oft ältere und auch betagte Menschen, die auf ihr Leben zurückblicken möchten. Sie sind meist pumperlgsund, wie man bei uns sagt, voller Pläne und mit genug Zeit, um ihre Erinnerungen in einem Buch festzuhalten.Ganz anders ist das auf einer Palliativstation. Dort sind es nicht Jahre oder Monate, die bleiben – manchmal sind es nur noch Tage oder Wochen.Mich hat beschäftigt, was Menschen in dieser letzten Lebensphase bewegt. Ob sie – trotz allem – noch etwas erzählen möchten. Ob es das Bedürfnis gibt, etwas weiterzugeben, festzuhalten, zu hinterlassen.Also habe ich David Fuchs besucht. Er leitet die Palliativstationen im Ordensklinikum der Elisabethinen und der Barmherzigen Schwestern in Linz. Und er hat eine besondere Geschichte: Er ist…

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Mehr über den Artikel erfahren Wenn die Erinnerung langsam verschwindet – biografische Gespräche mit Personen mit Demenz
Beim Reden lassen sich Erinnerungen wecken.

Wenn die Erinnerung langsam verschwindet – biografische Gespräche mit Personen mit Demenz

Interview mit Ursula Kienberger Kann man trotz Demenz noch Erinnerungen abrufen, die für ein Biografieprojekt brauchbar sind? Und wenn ja, wie lange geht das? Fragen wie diese beschäftigen mich schon längere Zeit. Mit Ursula Kienberger habe ich eine perfekte Gesprächspartnerin gefunden, die mir erklärt, was wir im Umgang mit Personen mit Demenz wissen sollten. Sie ist in der MAS Alzheimerhilfe für die Alzheimer-Urlaube zuständig, die für Betroffene und Angehörige organisiert werden. Und eigentlich hat sie schon fast ihr ganzes Leben mit Demenz zu tun. Ihre Mutter – Edith Span – ist eine Pionierin der MAS Alzheimerhilfe. Sie begann 1998 als erste Mitarbeiterin und war maßgeblich an der Gestaltung der Organisation beteiligt. Ursula Kienberger wuselte deshalb schon als Kind bei den Urlauben zwischen…

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Wie schreibt man gute Geschichten?

Interview mit einer Autorin Christa Prameshuber ist Linzerin, lebt aber schon seit 30 Jahren in der Schweiz. Mit ihren drei Großtanten hat alles begonnen – seit sie sich mit den Biografien der rebellischen Frauen auseinandergesetzt hat, schreibt sie auch. Bücher. Und Kurzgeschichten. Manchmal auch Gedichte. Ihr neuestes Werk handelt von ihren Erfahrung als Turmeremitin im Linzer Mariendom: „Stille Rebellinnen“ – Persönliche Geschichten aus dem Turmzimmer (Trauner Verlag) An dem Tag, an dem ich sie zum Interview treffe, wird sie in den Österreichischen Schriftsteller/innenverband aufgenommen. Sie strahlt übers ganze Gesicht und beantwortet alle meine Fragen übers Schreiben und ihre Geschichten.Seit wann schreibst du – und wie hat es angefangen?Ich habe mein Leben lang Tagebuch geschrieben. Mehr nicht. Erst vor 15 Jahren wollte ich meinen…

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Eins, zwei, Wechselschritt: Jeder Lebensphase ihr eigenes Kapitel

Nur für dich Über das eigene Leben zu schreiben, hat viele Wirkweisen: Ich lerne mich selbst besser kennen, ich kann mir etwas von der Seele schreiben, ich kann wichtige Ereignisse dokumentieren und meine Erinnerungen und Gedanken an die Nachkommen weitergeben.Besonders spannend sind die Geschichten in den Zeiten des Umbruchs, wenn Veränderungen im Leben anstehen und wir phasenweise nicht mehr wissen, wo uns der Kopf steht. Das Schreiben hilft dabei, Klarheit zu bekommen. „Wenn Gedanken, die vorher noch wie Pingpong-Bälle im Kopf herumgeflogen sind, auf einmal Klarheit bekommen, weil sie sich auf dem Papier materialisieren, dann ist das einfach magisch“, schreibt Michaela Muschitz in dem Buch „Neubeginn Wechseljahre. Wie du mit Schreiben deine beste Lebensphase gestaltest“ (Verlag punktgenau). Schreibidee süß-sauer Wir schreiben also zuerst…

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Jahresrückblog 2024: Es leben die Vielfalt, die Menschen und das Meer

Das ganze Jahr im Rückblick Der Rückblick auf das Jahr 2024 zeigt mir: Es war ein wunderbares Jahr, in dem ich viel geschafft habe, zahlreiche unterschiedliche Projekte verwirklichen konnte, tolle Menschen getroffen habe und mir sogar einige langgehegte Träume erfüllen durfte.Fun Fact gleich zu Beginn: Die Ribisel ist seit diesem Jahr als Tattoo auf meinem Unterarm für immer ein Teil von mir. 7 Biografien in einem Jahr An erster Stelle der Biografin stehen die Biografien. Gleich sieben Bücher sind heuer fertig geworden – das bedeutet auch, dass ich tolle Menschen und ihre Lebensgeschichte kennenlernen durfte: aus Linz, aus Warth in Tirol, aus Haag in Niederösterreich, aus Roßleithen, Enns und Neuhofen in Oberösterreich. Eine ganz besondere Geschichte erzählt Gerhard aus der Sicht seines…

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Feinschliff für Texte aller Art: So gehen deine Geschichten ans Herz

Ein Gespräch unter Schreibbegeisterten Barbara Pachl-Eberhart ist bekannt geworden, weil sie bei einem Unfall ihre gesamte Familie verloren hat. Das war 2008. Seitdem ist viel passiert. Sie hat geschrieben, weil sie nicht darüber reden konnte. So entstand auch das Buch „Vier minus drei“, bei dem sie lernen durfte, was Lektorat und Überarbeitung eines Textes bedeuten und wie aus einer Geschichte ein Buch wird.Mit all dem Wissen schrieb sie in nur vier Monaten (schwanger mit ihrer Tochter) das Buch „Federleicht. Die kreative Schreibwerkstatt“, das mich schon seit einigen Jahren begleitet und inspiriert. Barbara beschreibt darin mehr als 100 Übungen. In ihrer Lieblings-Lebensgefühls-Manufaktur hält sie Schreibworkshops und unterstützt Menschen bei ihren Schreibprojekten.Jede Menge Stoff also für ein Gespräch (am Nikolaustag 2024) unter zwei Schreib- und Biografiebegeisterten,…

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Erzähl mir von früher: Wie wir mehr über unsere Großeltern erfragen können

Hätte ich doch mehr gefragt! Kennst du das Gefühl, wenn du am Küchentisch sitzt und alte Fotoalben durchblätterst? Da taucht ein Bild auf: Opa als junger Mann, stolz in einer Uniform, oder Oma in einem schicken Kleid, lachend mit ihren Schwestern im Garten. Du fragst dich: Was hat er gedacht? Wer war sie damals? Doch die Frage bleibt unbeantwortet, weil die Gelegenheit verpasst wurde, ihre Geschichten zu hören.„Hätt' ich doch gefragt!" Das höre ich oft in meinen Workshops für biografisches Schreiben. Vielen Menschen wird erst später bewusst, dass sie noch viel mehr über ihre Familiengeschichte hätten erfahren wollen. Mit den folgenden Tipps und Anregungen möchte ich dich ermutigen, deine Fragen jetzt zu stellen, um die Geschichten zu bewahren, Erinnerungen festzuhalten und tiefere…

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Eine recht private Sache: Wer kann klagen, wenn ihm/ihr Inhalte in der Biografie nicht gefallen?

Die juristische Sicht auf die Welt der Biografien Darf ich das schreiben? Was ist, wenn sich einer der Verwandten, die im Text vorkommen, auf den Schlips getreten fühlt? Kann das auch rechtliche Folgen haben? Fragen wie diese schleichen sich beim Schreiben immer wieder ins Bewusstsein. Bei Büchern, die verkauft werden, also mit ISBN-Nummer versehen sind, scheint die Sache klar. Die Autorin und der Verlag müssen eine Vielzahl an gesetzlichen Bestimmungen beachten, um alle Rechte der handelnden Personen zu wahren. Meine Biografien und Familienchroniken  dagegen sind privat, also nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Und dennoch! Die rechtlichen Fragen tauchen zudem immer wieder im Club der freudigen Biograf:innen auf - ist ist also Zeit, Jurist:innen zu fragen und genauer zu recherchieren, worauf es vor Gericht…

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